BRUXISMUS

BRUXISMUS

Was ist Bruxismus? Was Sie über Zähneknirschen und Zähnepressen wissen sollten

Erklärt von Dr. Serap Özdamar, Fachzahnärztin für Oral- und Kieferchirurgie

Dr. Serap Özdamar, Fachzahnärztin für Oral- und Kieferchirurgie, teilt wichtige Informationen über Bruxismus (Zähneknirschen und Zähnepressen). Wodurch entsteht Bruxismus, und wie wird er behandelt? Alle Einzelheiten finden Sie in diesem Beitrag.

Was ist Bruxismus (Zähneknirschen und Zähnepressen)?

Dr. Serap Özdamar, Fachzahnärztin für Oral- und Kieferchirurgie, erklärt, dass Bruxismus, im Volksmund als Zähneknirschen bekannt, durch unkontrollierte Bewegungen der Kaumuskulatur entsteht. Obwohl Bruxismus meist im Schlaf auftritt, kann er auch unbemerkt tagsüber auftreten.

Laut Dr. Özdamar zeigen Untersuchungen, dass die wichtigste Ursache von Bruxismus Stress und Angst sind. Daneben spielen auch Persönlichkeitsmerkmale und zahnbedingte Faktoren wie Malokklusion (Fehlstellung der Zähne) eine wichtige Rolle.

Tritt Bruxismus auch bei Kindern auf?

Dr. Serap Özdamar betont, dass Bruxismus nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern auftreten kann. Besonders in der sogenannten Wechselgebissphase, in der Milchzähne und bleibende Zähne nebeneinander vorhanden sind, können Kinder nachts oder tagsüber mit den Zähnen knirschen. Das ist physiologisch, meist vorübergehend und verursacht kein bleibendes Problem.

Was sind die Symptome von Bruxismus?

Dr. Özdamar warnt vor den Symptomen von Bruxismus und nennt folgende Anzeichen, auf die geachtet werden sollte:

  • Lautes Zähneknirschen im Schlaf
  • Abnutzung, Risse oder Brüche an den Zähnen
  • Erhöhte Empfindlichkeit und Verkürzung der Zähne
  • Verringerte Höhe des Untergesichts und ein gealterter Gesichtsausdruck
  • Schmerzen im Bereich von Kopf, Kiefer und Ohren
  • Schlafstörungen und Müdigkeit am Morgen
  • Deutliche Abdrücke an der Wangeninnenseite

Sie betont, dass beim Auftreten dieser Symptome eine Spezialistin bzw. ein Spezialist aufgesucht werden sollte.

Was passiert, wenn Bruxismus nicht behandelt wird?

Dr. Serap Özdamar weist darauf hin, dass unbehandelter Bruxismus langfristig ernsthafte Probleme der Mund- und Kiefergesundheit verursachen kann. Durch den übermäßigen Druck auf die Zähne können sich Komplikationen entwickeln wie

  • Schäden an Zahnfleisch und Knochengewebe,
  • Zahnlockerung,
  • Verkürzung der Muskeln,
  • Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes und sogar
  • Blockierung des Kiefers.

Der Zusammenhang zwischen Bruxismus und Schlaf

Dr. Özdamar erklärt, dass Bruxismus besonders während des REM-Schlafs häufiger und zerstörerischer auftritt. Da in dieser Phase die Reflexe unterdrückt sind, können die Zähne stärkerem Druck ausgesetzt sein. Regelmäßiger, qualitativ guter Schlaf ist sehr wirksam, um die Schwere des Bruxismus zu verringern. Bei Patienten mit Schlafproblemen wirkt sich die Einnahme von Melatonin nach ärztlicher Empfehlung positiv auf den Bruxismus aus.

Ist eine Behandlung von Bruxismus möglich?

„Bruxismus ist behandelbar“, sagt Dr. Serap Özdamar und betont, dass der Behandlungsprozess mehrgleisig verlaufen muss. Besonders wichtig sind in der Behandlung die Kontrolle des Stresses und die Lösung zahnbedingter Probleme. Folgende Methoden werden bei der Behandlung von Bruxismus eingesetzt:

  • Stressmanagement und psychologische Unterstützung
  • Beseitigung von Bissstörungen
  • Ersatz fehlender Zähne
  • Verschiedene muskelentspannende und abschwellende Medikamente
  • Verwendung einer Okklusionsschiene: Diese speziellen Schienen schützen die Zähne, indem sie im Schlaf den Kontakt der Zähne untereinander verhindern. Sie müssen individuell angefertigt und von auf diesem Gebiet spezialisierten Zahnärzten eingesetzt werden. Eine Okklusionsschiene darf keinesfalls weich sein. Diese aus hartem Material gefertigten Schienen müssen individuell an den Mund des Patienten angepasst sein.

Dr. Özdamar betont ausdrücklich, dass in den letzten Jahren auch Botox-Anwendungen zur Sprache gekommen sind, dies aber keine dauerhafte und endgültige Lösung ist und dass eine falsche und unkontrollierte Anwendung sogar riskant sein kann. Bitte bedenken Sie, dass der Anwendungsbereich von Botox in der Behandlung von Bruxismus sehr begrenzt ist und es keinesfalls als Alternative zur wissenschaftlich belegten Okklusionsschienentherapie angesehen werden sollte.

Eine Warnung von Dr. Serap Özdamar

„Bruxismus ist ein Zustand, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Eine frühe Diagnose ist sowohl für die Kiefergesundheit als auch für die allgemeine Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Wenn Sie mit Kieferschmerzen, Zahnempfindlichkeit oder Müdigkeit aufwachen, zögern Sie nicht, eine Spezialistin bzw. einen Spezialisten zu konsultieren.“

Fazit

Bruxismus ist eine Erkrankung mit körperlichen wie psychischen Auswirkungen. Wie Dr. Serap Özdamar, Fachzahnärztin für Oral- und Kieferchirurgie, betont, lassen sich mögliche Komplikationen vermeiden, wenn dieser Zustand rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird.

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